Bitterfeld hat gestern Licht gemacht

Mini-Party auf Marktplatz mit zahlreichen Besuchern - Musikvereine harrten trotz Kälte aus - Foto entstand

Bitterfeld/MZ. Bitterfeld hat Licht gemacht - und alle haben mitgemacht! Nun gut, alle sicher nicht, doch mit 300 bis 400 Leuten waren es erfreulich viele, die gestern Abend zur Mini-Party auf den Bitterfelder Markt kamen.
Schon mit dem offiziellen Beginn füllte sich der Platz ab 16.30 Uhr zusehends. Dabei war es bei weitem nicht nur der Imbiss-Stand, der die Besucher mit Würstchen und heißem Glühwein anlockte. Die meisten warteten gespannt auf die Darbietungen des Wolfener Naturfanfarenzuges und der Jagdhornbläser der Kreisjägerschaft.
Während die sich nicht lange bitten ließen und abwechselnd ins Horn beziehungsweise in die Fanfare bliesen, waren mit zunehmender Dunkelheit auch die anderen Vorbereitungen des Abends zu erkennen. Es wurde nämlich wirklich Licht gemacht. Alle Schaufenster erstrahlten hell, auch hinter den Fenstern der umliegenden Häuser hatte man vielfach auf den Schalter gedrückt. Und die Beuster Veranstaltungstechnik unterstützte die Beleuchtung der Kirche durch Strahler von Elektro-Wehlert zusätzlich noch mit einem Spot.

Für Ina Götschel aus Wolfen war das einer der Gründe, mit Sohn Mattes in die Kreisstadt zu kommen. "Viel Licht, viel Musik, das ist genau das Richtige für ihn", sagte sie. Und der Zweieinhalbjährige hatte sichtlich Spaß am Geschehen, ebenso wie viele andere Kinder.

Spaß jedoch hatten bei weitem nicht nur die Jüngsten. Andreas Hänsch und Frau Doris aus Löbnitz fanden die Idee an sich gut: "Gerade nach Weihnachten, wo im Allgemeinen nicht viel läuft, ist das doch mal was anderes." Zumal Andreas Hänsch selbst Jagdhornbläser bei der Schrenzer Gruppe ist und natürlich auch seiner Musikerkollegen wegen gekommen war. Auch Vreni aus Raguhn mit ihren "fast fünf", wie sie stolz berichtete, freute sich ganz besonders: "Mein Papa spielt doch hier mit!"

Als es endlich völlig dunkel war, näherten sich der Abend seinem Höhepunkt: das 360 Grad-Foto für die Bitterfelder Internet-Seite der Prochaska & Schmidt GbR sollte entstehen. Und das war auch der Anlass, gemeinsam mit der Mitteldeutschen Zeitung, dem Bitterfelder Innenstadtverein und vielen anderen Helfern diese Party auf die Beine zu stellen.

Danny Zimmermann, von Hause aus eigentlich Chef einer Baufirma, wird nun das Panorama-Foto "basteln"- aus 36 Einzelaufnahmen, die er gestern Abend schoss. Teilweise unbemerkt von den Besuchern, wenn sie gerade nach Bratwurst und Glühwein anstanden. "Mit so vielen Leuten haben wir wahrlich nicht gerechnet", sagte Volker Schiebel vom Innenstadtverein. "Hoffentlich wird der Glühwein nicht alle", befürchtete denn auch die Bitterfelderin Monika Locher vergebens - und war ganz und gar nicht böse, dass sie einige Minuten auf den Nachschub warten musste: "Das ist doch auch schlecht einzuschätzen, so etwas muss erst ausprobiert werden."

Trotz spürbar zunehmender Kälte harrten die Besucher aus - und vor allem auch die fleißigen Bläser und Trommler der Musikvereine, die bis 18 Uhr aufspielten. "Einfach richtig schön", meinte Adolf Metzner, der mit seiner Frau Renate da war. "Und man will doch auch mal was erleben, läuft ja sonst nicht viel hier in Bitterfeld."

Silke Ungefroren

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